Biokraftstoffe

Hintergrund

Um die Energieversorgung sicherzustellen und Treibhausgasemissionen zu verringern, hat sich die Europäische Union zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 etwa 20 Prozent der herkömmlichen Benzin- und Dieselkraftstoffe im Straßenverkehr durch alternative Kraftstoffe zu ersetzen. Neben Wasserstoff und Erdgas haben dabei insbesondere Biokraftstoffe als Beimischung fossiler Kraftstoffe in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen.

Befürworter von Biokraftstoffen halten fossile Kraftstoffe für einen wichtigen Stellhebel zur -Reduktion der verkehrsbedingten CO2-Emissionen, Gegner eher für einen gefährlichen Wettbewerber um die Ernährung der Menschheit mit unbekannten Risiken, auch unter gesundheitlichen Fragestellungen.

 

Beitrag EUGT

  • EUGT hat den aktuellen Kenntnisstand zu möglichen gesundheitlichen Effekten von Biokraftstoffemissionen bewerten lassen.

  • Der Literaturreview beschreibt nicht nur den derzeitigen Wissensstand, sondern identifiziert auch noch ungeklärte Wirkungszusammenhänge und offene Forschungsfragen.

  • Newsletter No. 3 zu Biokraftstoffen

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Ergebnis

Die Ergebnisse zeigen, dass die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Biokraftstoffen zwar überwiegend bekannt sind, mögliche gesundheitliche Wirkungen aber näher untersucht werden müssen. So weist der Literaturreview darauf hin, dass bei der Beimischung von Biodiesel zu Mineralöldiesel eine mögliche Mutagenität der Abgase, also die Gefahr von Veränderungen am Erbgut, weiter geklärt werden muss.

Bei den biogenen Ottokraftstoffen ist über die biologischen Wirkungen der Emissionen bislang nur wenig bekannt; hier besteht noch erheblicher Forschungsbedarf.

 

Bewertung

Bei der Entwicklung von Biokraftstoffen der nächsten Generation muss neben einer besseren Umweltverträglichkeit darauf geachtet werden, dass die Biokraftstoffversorgung der Lebensmittelversorgung der Weltbevölkerung nicht entgegensteht. Biokraftstoffe dürfen nicht zu Monokulturen und der Umnutzung wertvoller Naturflächen führen. Weiterhin ist den bisher vorliegenden Hinweisen zu möglichen gesundheitlichen Abgaswirkungen von Kraftstoffgemischen weiter nachzugehen.