Inhalationsstudie zu Dieselmotoremissionen bei alter und neuer Technologie

Hintergrund

In den Diskussionen zu Dieselmotor-Emissionen (DME) hinsichtlich der Festlegung eines neuen Arbeitsplatzgrenzwerts in Deutschland wird immer wieder darauf hingewiesen, dass sich die bisher vorliegenden Daten zu gesundheitlichen Wirkungen von DME nur auf den technischen Stand bis zum Jahr 2000 beziehen. Beispielhaft zu nennen sind die Schlussfolgerungen der International Agency for Research on Cancer (IARC) im Juni 2012 zur Neueinstufung möglicher kanzerogener Wirkungen von Diesel- und Ottomotorabgasen weltweit oder das Assessment der EU zu gesundheitlichen und sozio-ökonomischen Effekten sowie zu Umweltwirkungen von DME. Um eine aktuelle Bewertung der DME vornehmen zu können, müssen jedoch neuere Daten herangezogen werden, die die wesentlichen technischen und biologisch-toxikologischen Unterschiede zwischen DME alter Technologie – also vor Euro 4 – gegenüber den aktuellen DME überzeugend darstellen.

 

Beitrag EUGT

Der wissenschaftliche Forschungsbeirat von EUGT geht angesichts nur vereinzelt vorliegender Erkenntnisse davon aus, dass bei „modernem“ Dieselabgas aufgrund der technischen Maßnahmen wie zum Beispiel Einsatz eines Dieselpartikelfilters keine relevanten gesundheitlichen Wirkungen nachweisbar sind. Dies wird gestützt durch die neue ACES-Studie, in der keine Krebsgefährdung durch „modernes“ Dieselabgas mehr nachgewiesen werden konnte. Sonstige biologische Wirkungen außerhalb einer möglichen Krebsgefährdung sollten jedoch weiter erforscht und unter realitätsnahen Umweltbedingungen getestet werden.

EUGT fördert zu diesen Fragestellungen eine experimentelle Studie beim Lovelace Respiratory Research Institute (LRRI) in Albuquerque. Mit einer Exposition gegenüber DME eines Pkw aus dem Jahr 1999 und eines neuen Pkw mit dem zeitgemäßen Emissionsstandard EURO 6 (Modelljahr 2015) sollen in mehrstündigen Inhalationsversuchen mit Affen die Unterschiede in den biologischen Reaktionen untersucht werden. Die Expositionen erfolgen – dabei anders als in allen bisher vorliegenden Studien – in einer umwelttypischen Situation mit direkten Dieselabgasen aus den Fahrzeugmotoren. Die Fahrzeuge werden dabei während der Expositionsdauer auf einem Rollenprüfstand in einem typischen Fahrzyklus betrieben. Der Schwerpunkt dieser Inhalationsstudie liegt auf den Kurzzeitwirkungen der DME auf die Lunge und das Herz-Kreislaufsystem.

 

Ergebnis

Ende 2014 wurden die technischen Voraussetzungen für die Studie weitgehend abgeschlossen. Ergebnisse werden Mitte/Ende 2016 erwartet.